Aktuelle Mitteilungen

03. September 2018

Bonnie und ihre Freunde

Die Malteser-Hündin hat einen guten Einfluss auf die Stimmung und Gesundheit der Bewohner im Haus „Am Richtweg“

zurück zur vorherigen Seite   |   Artikel am 20. August 2010 eingegeben

Horst Kagels muss mit den Tränen kämpfen, als er über Bonnie spricht. Das Schönste sei, dass die kleine Malteser-Hündin schon vor Freude aufjault, wenn seine Ehefrau aus dem Bus steigt, der vor dem Haus "Am Richtweg" in Kirchweyhe hält. Während der 73-Jährige seinen nahenden Besuch noch gar nicht sehen oder hören kann, weiß Bonnie mit ihrem feinen Spürsinn schon, dass jemand wichtiges kommt und läuft aufgeregt zum Fahrstuhl. Anschließend legt sie sich auf den Schoß des Rollstuhlfahrers, der mit seiner Frau jeden Nachmittag im schönen Garten der Pflegeeinrichtung Kaffee trinkt oder auch mal zum Marktplatz fährt, um dort Bratwurst zu essen. Natürlich bekommt Bonnie dann auch ihr kleines Stückchen ab.

Dass Horst Kagels und Bonnie gemeinsam Bratwurstessen fahren, war vor einiger Zeit undenkbar. Herr Kagels musste nach seinem Schlaganfall künstlich ernährt werden und atmete nach einem Luftröhrenschnitt durch eine Atmungskanüle. Doch schon damals schien etwas ihn und die aufgeweckte Hündin zu verbinden. Täglich sprang sie von alleine auf sein Bett und legt sich zu ihm. Als es dem Bewohner etwas besser ging, fing er an, ihr kleine Leckerlis zu geben. Die beiden wurden Freunde.

Auch Bonnie ging es eine Zeitlang nicht gut. Nachdem sie mit ihrem Frauchen im Juli 2007 in das Haus "Am Richtweg" zog, war die traute Zweisamkeit leider nicht von langer Dauer. Ihr Frauchen verstarb wenig später in der Pflegeeinrichtung. Ähnlich einem Menschen trauerte auch die weiße Malteser-Hündin um ihre Bezugsperson. Tagelang lag sie vor der Tür des Zimmers, in dem sie ihr Frauchen erhoffte. Bis ihr Nachbar von gegenüber, Egon Hiller, sich ihrer annahm. Der Rollstuhlfahrer begann mit ihr zu reden und hielt ihr Leckerlis hin, die sie anfangs nur sehr zögerlich annahm. Doch ihr Zimmernachbar hatte Geduld, sodass Bonnie nach und nach Vertrauen zu ihm fasste.

Inzwischen ist Bonnie nicht mehr aus dem Haus "Am Richtweg" wegzudenken. Sie hat ihre festen Schlafplätze und liegt mittags am liebsten auf dem Sofa in der ersten Etage der Pflegeeinrichtung. Mit mittlerweile neun Jahren nimmt sie inzwischen lieber - wie die Bewohner auch - den Fahrstuhl als die Treppen und schätzt den strukturierten Tagesablauf. Die Mitarbeiter wie auch Einrichtungsleiterin Peggy Haberzettl kümmern sich um Tierarzt- und Frisörtermine von Bonnie und natürlich gibt es über sie auch einen Aktenordner, in dem Wurmkuren und Impfungen verzeichnet sind. Aus der einst traurigen ist eine temperamentvolle Hündin geworden, die den Bewohnern sehr gut tut. "Es ist schon erstaunlich, was die Nähe des Tieres alles bewirken kann", weiß Haberzettl. Egon Hiller ist auf seinen Rollstuhl nicht mehr angewiesen. Und Horst Kagels kann wieder ganz normal atmen und essen.

Ihr Ansprechpartner

Julian Valentino Schuschat

Julian Valentino
Schuschat

Unternehmens-
kommunikation
0421 / 537 93-252
0421 / 537 93-260